Freitag, 27. April 2012

Andawali / Borapet (Tinospora crispa)


Einsatz bei Hautkrankheiten. 
(Quelle: Systematische Übersicht der Heil-, Nutz- und Giftpflanzen aller Länder. Dr. David August Rosenthal, Verlag von Ferdinand Enke, Erlangen, 1801)



In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) kommt Borapet zum Einsatz:

- bei Hautkrankheiten
- zur Stärkung der Haarwurzeln, Förderung des Haarwuches
- bei Diabetis, zur Senkung des Blutzuckerspiegels
- zur Fiebersenkung, auch gegen Malaria

Obwohl Tinospora crispa in Asien weit verbreitet ist und als bitters Tonikum zur Fiebersenkung und orales blutzuckersenkendes Mittel verwendet wird, gibt es nur wenige wissenschaftliche Berichte über seine Effizienz.
(Quelle: Chromatographische Methode für die qualitative und quantitative Analyse der Tinospora crispa, P. Panichayupakaranant, R. und S. Chirunthorn Chaiharn, Abteilung für Pharmakognosie und Pharmazeutische Botanik, Fakultät für Pharmazeutische Wissenschaften, Prince of Songkla Universität.)

Anwendung bei Einnahme: 2x täglich vor den Mahlzeiten, etwa 400mg (entspricht einer Messerspitze oder 1 Kapsel) mit stillem Wasser.

Anwendung auf der Haut: als Creme oder als Salbe oder Extrakt (Lösung) bei punktueller Anwendung oder auf der Kopfhaut.

Tip: Eisfingertrick von Dr. Tönnies (klick).




Botanischer Name: Tinospora crispa Miers ex Hook. F. & Thoms.
Familie: Menispermaceae
Umgangssprachliche Bezeichnung: Andawali, Borapet


Allgemeines:

Borapet ist eine krautige Kletterpflanze mit groben und klumpigen Reben, die sich um große Bäume winden. Es wird angenommen, dass die Pflanze aus Südostasien stammt. Zu finden ist sie in der Regel abseits der Zivilisation.
Die Rebe enthält die Glykoside Picroretin und Columbin, die bitter im Geschmack sind. Medizinisch kommt Borapet als Appetitanreger und als Antimalariamittel (Anti-Malaria-Aktion) zum Einsatz. Borapet enthält Feruloyltyramine Verbindungen, wie N - cis - ferluoyltyramine, N - trans - feruloyltyramine und Sekoisolarikiresinol. Diese haben eine stärkere antioxidative Aktivität als die Butylhydroxytoluol (BHT) - ein synthetisches Antioxidationsmittel. Borapet Extrakt wird daher in Hautcremes verwendet, kann hierbei aber eine leicht hautaufhellende Wirkung haben.


Wirksame Bestandteile in Borapet:







erstellt 27.04.2012 | aktualisiert 29.09.2014

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Sonntag, 22. April 2012

Stabthermometer / Laborthermometer


Diese Präzisionsthermometer von SK SATO sind in Bezug auf Qualität und das Verhältnis Preis/Leistung das Beste was am Markt zu finden war. Sie zeichnen sich durch eine hohe Genauigkeit und sehr gute Ablesbarkeit aus. Die Flüssigkeit ist ungefährlich (Alkohol / kein Quecksilber). Die Thermometer selbst sind dabei sehr stabil und zusätzlich in einer bruchsicheren Verpackung (Hülle). Diese Thermometer kommen auch bei Profis zum Einsatz.
  • Verschiedene Messbereiche von -20 bis 200° Grad Celsius
  • Länge 30 cm, Skala 1/1 (1 Grad)
  • Beste Qualität
  • Sehr gute Ablesbarkeit
  • in stabiler Bruchschutzverpackung
  • ohne Quecksilber


Die mit nur 15cm etwas kürzere Variante eignet sich beispielsweise auch bestens für die Zubereitung von Babynahrung.

Donnerstag, 19. April 2012

Hinweis in eigener Sache


Wir haben den kommerziellen Teil der Selbsthilfegruppe an die LUTOR Limited mit Sitz in Köln abgegeben und bedanken uns schon jetzt für die Unterstützung. Die Ergebnisse unserer Arbeit innerhalb der Selbsthilfgruppe stoßen auf reges Interesse, übersteigen jedoch die Möglichkeiten einer "Selbsthilfegruppe".  

Mit dieser Lösung machen wir die Produkte auch den Interessenten außerhalb unserer Gruppe zugänglich, können uns jedoch weiter auf unser Thema konzentrieren, nämlich natürliche Wirkstoffe zu identifizieren, die pflegende und heilende Wirkung bei Psoriasis, Neurodermitis und Herpes haben. Wir haben somit wieder genug Zeit unser hohes Wissen und unsere hohe Kompetenz in diesem Bereich zu erhalten und zu erweitern.

Die Selbsthilfegruppe PsoriasisEx besteht weiterhin fort.

Mittwoch, 18. April 2012

Zubehör

Für alle die selbst aktiv sind und individuelle Produkte herstellen, haben wir auf der Seite "Equipment" in diesem Blog geeignetes Zubehör zusammengestellt, welches sich in der Praxis als besonders sinnvoll und hilfreich herausgestellt hat. Mit dem richtigen "Werkzeug" wird vieles einfach.



Die lösungsmittelbeständigen Pipetten eignen sich für jegliche Feindosierung von Flüssigkeiten.

Die Pipette ermöglicht die saubere und zügige Entnahme, Dosierung und Wiederbefüllung der Flüssigkeiten. So arbeiten Sie stets professionell und in einer sauberen Umgebung. Jeder Pipettenhub fast bis zu 3ml Flüssigkeit.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Neurodermitis - Tips für Eltern, Hilfen für Kinder

Vorsorgen


Am besten überstehen Kinder die letztlich überschaubare Zeit der Neurodermitis, wenn ihre Eltern versuchen, souverän zu bleiben, Rückschläge einzukalkulieren und nicht zu verzweifeln. Je streßfreier der Alltag, desto hilfreicher ist dies für die Haut und auch für die Seele der Neurodermitiker.


Hier einige Tips als Beispiel - zuerst der wichtigste vor Vorbeugung:


* Säuglinge vom ersten Tag an und so lange wie möglich ausschließlich stillen. So bekommen sie alle lebenswichtigen Fettsäuren, die für die normale Haut- und Schleimhautfunktion wichtig sind.

* Allergene vermeiden: keine blühenden Pflanzen, keine Haustiere, keine nicht waschbaren Kuscheltiere im Bett, keine "Staubfänger" wie offene Regale.

* Ganzkörpermassagen und sanftes Schaukeln entspannen bei Juckreiz.

* Kein Puder bei nässendem Ausschlag, auf Ekzeme und Wunden: Das schmiert und bildet eine Kruste, unter der Bakterien wuchern.

Quelle: www.purenature.de 
* "Neurodermitis-Overalls" für Säuglinge und Kleinkinder anschaffen - viele Krankenkassen übernehmen mindestens anteilig die Kosten dieser Kleidungsstücke mit integrierten Handschuhen gegen das Kratzen.

Bild links: Beispiel für einen  "Neurodermitis-Overall"
[Neurodermitis-Overall von Curaderm. Der Curaderm Neurodermitisoverall besteht zu 100% aus reiner Baumwolle. Eine textile Blende verhindert Hautirritationen durch den Reißverschluss. Kinder können sich in dem Anzug frei bewegen, wie in einem Spielanzug. Die Nähte liegen außen, um Hautreizungen zu vermeiden. Integrierte Fäustlinge und Füßlinge zum Schutz besonders gefährdeter Stellen wie Armbeugen, Ellenbogen, Kniekehlen, und Hals ist der Curaderm Overall doppelt gearbeitet. Die Arm und Beinteile sind geschlossen. Der Overall ist bei 95° waschbar.]





* Vergessen Sie nicht den Spaß, feiern Sie fröhliche Kinderfeste - trotz allem oder gerade wegen der Erkrankung. Wenn die Neurodermitis vorbei ist, wird das Kind ein ganz normales Leben haben. Das ist um so besser zu meistern, wenn man auch vorher nicht vor allem als "krank" abgestempelt worden ist.

* Bei der Berufswahl ist unter Umständen zu beachten, daß sich - so Veröffentlichungen - das Bäckerhandwerk und "Feuchtberufe" wie Zahnarzthelfer(in) und das Friseurhandwerk nicht eignen dürften. Dies ist aber vom jeweiligen Fall und vom ärztlichen Rat abhängig zu machen.

* Lassen Sie Ihrem Arzt Zeit für eine individuell abgestimmte Therapie: Neurodermitispatienten müssen - leider - viel Geduld haben.


Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 48








Preisentwicklung für Neurodermits Overalls | Quelle: www.yopi.de

Samstag, 4. Februar 2012

Neurodermitis - Der Juckreiz | Nicht kratzen - aber wie?

Kratzen ist ein Reflex, gegen den man kaum etwas tun kann. Es gehört große Selbstbeherrschung dazu, ihn zu unterdrücken. Meist merkt man nicht einmal, daß man sich wieder gekratzt hat. Kratzen führt in einen Teufelskreis: Es reizt die Mastzellen im Organismus zur vermehrten Ausschütung von Histamin. Das wiederrum proviziert die zahlreichen feinen Heutnerven - es juckt. Kratzen fördert das Jucken, setzt es fort. Es gibt nur einen Ausstieg: Schmerz. Dieses Gefühl wird vom Gehirn stärker wahrgenommen als der Juckreiz und überdeckt ihn. Ein weiteres Problem: Jedes Kratzen öffnet Tor und Tür für Pilze und Bakterien. Wer zu oft kratzt und dabei Borken aufreißt, kann Narben zurückbehalten. Trotzdem sollte "das Kratzen" nicht zu einem ständigen Thema werden - es ist nun mal eine natürliche Reaktion: Fortwährende mahnende Hinweise verursachen nur Streß - und damit neue Juck- und Kratzattacken. Manchmal mag es ja durchaus gelingen, den quälenden Reiz "wegzudenken". Sich weniger zu kratzen, kann geübt werden.

[Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 47]

Freitag, 3. Februar 2012

Neurodermitis - Unter- oder Überforderung?

Jeder vierte Neurodermitiker hat neben der typischen Hautreaktion allergische Symptome, zum Beispiel Asthma oder Heuschnupfen.

Auf der Suche nach Zusammenhängen sind Wissenschaftler ... auf interessante Ergebnisse gestoßen: Offenbar bricht eine Allergie nicht wegen Überforderung, sondern wegen Unterforderung des Immunsystems aus.

Eine Untersuchung in Hannover an 4.000 Grundschulkindern kam zu dem Ergebnis, daß die Krankheitsrate in Familien mit vier und mehr Kindern nur halb so hoch war wie in Kleinfamilien. Bei den ausländischen Mitschülern lag sie sechsmal niedriger als bei den deutschen Klassenkameraden.

Britische Forscher prüften an japanischen Kindern die Auswirkungen der Tuberkuloseimpfung auf die Bereitschaft zur Entwicklung von Allergien. Das Ergebnis: Kinder mit erfolgreicher ("angegangener") Tuberkuloseimpfung reagierten neunmal seltener allergisch als Kinder, deren Immunsystem kaum oder gar nicht auf die Impfung reagiert hatte. Demnach könnte die Neurodermitits eine Zivilisationskrankheit sein.

Ein kleiner Hauttest zeigt, ob man zur großen Familie der Überempfindlichen (Atopiker), also der Asthmatiker, Neurodermitiker und Heuschnupfen-Patienten gehört: Wenn man mit einem spitzen Stift fest über die Haut geht, wird bei Gesunden diese Stelle rot. Bei Atopikern, also auch bei Neurodermitikern, wird sie weiß. "Weißer Dermographismus" nennen Hautärzte diese "paradoxe neurovegetative Reaktion".

[Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 47]

Donnerstag, 2. Februar 2012

Neurodermitis - Was hinter der Krankheit steckt

Rund 28 Tage dauert es in der Regel, bis eine neue Hautzelle geschaffen ist, sich durch die Hautschichten nach außen vorarbeitet und dort schließlich als Schüppchen abfällt. Bei Neurodermitikern erfolgt dies deutlich schneller: Es werden rasch hintereinander zu viele Hautzellen gebildet. Dies führt zum Stau. Um ihn aufzulösen, schickt das Immunsystem Abwehrstoffe - aufgrund von Fehlinformationen aber zu viele. Die Folge: Körpereigene Abwehrzellen zerstören körpereigenes Gewebe (Autoimmunreaktion).

[Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 47]

Als Autoimmunreaktion oder Autoimmunität bezeichnet man eine krankhafte Reaktion desImmunsystem gegenüber körpereigenem Gewebe.



Das Immunsystem ist so aufgebaut, dass es praktisch gegen jede beliebige Kombination von Eiweißen aktiv werden kann. Da der Mensch selbst aber auch aus Eiweißen besteht, kann das Immunsystem prinzipiell auch den eigenen Körper angreifen. Um das zu verhindern, werden die Abwehrzellen im Lymphsystem (Thymus, Knochenmark, Lymphknoten, Milz, Mandeln) zu Zellen mit unterschiedlicher Funktion und Gestalt "ausgebildet". Abwehrzellen, die gegen den eigenen Körper gerichtet sind, werden dort aussortiert. Diese Fähigkeit des Immunsystems nennt sich Immuntoleranz.


Im Laufe eines Lebens kann bei einigen Menschen die Immuntoleranz verloren gehen, oder sie ist geschwächt. Dann entwickelt das Immunsystem Antikörper gegen das eigene Körpergewebe, z. B. in Muskeln, Nerven oder der Schilddrüse. Diese Antikörper werden auch Autoantikörper genannt.


[Quelle: Wikipedia | www.wikipedia.org]

Mittwoch, 1. Februar 2012

Neurodermitis - Hilfen für Haut und Psyche

Neurodermitis - ein Schreckenswort, eine Plage und Qual insbesondere für Kinder, oft eine familiäre Tragödie. Die Erkrankungen häufen sich, doch die Ursachen liegen weitgehend im dunkeln. Es gibt aber etwas Hoffnung durch kombinierte, auch psychische Therapieansätze.

Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 47

Den Monat Februar wollen wir diesem Thema widmen.

Schätzungen zufolge leiden hierzulande rund drei Millionen Menschen an Neurodermitis, etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder in der westlichen Welt sind heute davon betroffen, Mädchen stärker als Jungen. Heute ist schon jedes zehnte Vorschulkind ein Neurodermitis-Patient.

Die Anlage zu einer Neurodermitis wird vererbt. Ein Leben lang mag sie still und unbemerkt im Körper ruhen. Aber sie kann auch unvermittelt explodieren, wenn der Zünder austgelöst wird. Jucken, Kratzen, Ungewißheit über die Krankheitsursachen bestimmen dann den Alltag der Patienten mit. Eines Tages ist die Erkrankung oft spurlos vorbei. Das wird dann dem Immunsystem zugerechnet, nicht der Wirksamkeit einer speziellen Medizin.

Quelle: Stiftung Warentest, test SPEZIAL, Kosmetik, Alles für die Haut, Heft 9802, S. 47

Sonntag, 1. Januar 2012

Kräuter mit Beipackzettel, Beschreibung und Verzehrempfehlung?

Antje N. aus Hessen kaufte am 29.12.2011 100 Gramm Garcinia cambogia in Pulverform. Wenig später ergab sich für Antje folgende Frage: "Sehr geehrte Damen und Herren, danke für den schnellen Versand des von mir bestellten Produktes. ... Leider fehlt eine Packungsbeilage/ Beschreibung/ Verzehrempfehlung - nichts ist dabei - ... Könnten Sie mir genanntes bitte per Mail zukommen lassen?"
Die Frage scheint vordergründig einfach zu sein. Auf den zweiten Blick ist die Antwort jedoch nicht leicht. Wir möchten die Diskussion anregen und fragen Euch:
Wie würdet Ihr diese Frage beantworten? Sollte es zu Naturkräutern einen Beipackzettel geben? Wie weit sollen die Informationen in einer detaillierten Beschreibung gehen? Ist eine Verzehrempfehlung wirklich empfehlenswert? Falls Ihr Argumente "PRO Beipackzettel" habt, wie sollte dieser strukturiert sein?


Wir freuen uns auf Eure Meinung!


Zwischenzeitlich haben wir die Frage sinngemäß wie folgt beantwortet:
"Bei dem gekauften Produkt handelt es sich um ein 100%-iges Naturprodukt. Es handelt sich also nicht um ein Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel, weshalb es keine Packungsbeilage" gibt.
Auch Beschreibung und Verzehrempfehlungen können genau genommen nicht abgegeben werden. Es wäre etwa so, also würde man Brennessel-"tee" mit Beschreibung, Packungsbeilage und Verzehrempfehlung verkaufen. Man kann sich sowohl einen Tee (Sud) zubereiten, genauso aber Blattläuse auf seinen Zuchtrosen damit bekämpfen.
Empfehlung (Anwendungsgebiet): Keine Empfehlung möglich!" Mehr ist in Deutschland schon fast nicht erlaubt.
Quelle: www.wikipedia.de
Oder anders beschrieben: Man kann in Deutschland zwar Steinpilze kaufen aber das Kochbuch gibt es nicht dazu. Das gibt es dann sozusagen in der Buchhandlung. Jedoch steht auch in diesem Kochbuch nicht, daß Steinpilze Hautallergien auslösen können.
Ein Beipackzettel würde also ungefähr so aussehen:

"Sie haben sich für den Kauf von 100%-iger Urtica dioica in getrockneter und pulverisierter Form und bester Qualität entschieden. Das Brennesselkraut enthält in der pulverisierten Form kaum noch nachweisbare bzw. wirksame Bestandteile von Methansäure, Serotonin, Histamin,Acetylcholin und Natriumformiat, die im frischen Zustand in der Brennflüssigkeit enthalten sind. Anwendung: Das Brennesselkraut kann wie ein Gemüse verarbeitet werden. Wegen ihres hohen Gehalts an Flavonoiden, an Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Silizium, an Vitamin A und C, an Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts, der höher ist als bei der Sojabohne (prozentual gesehen) und ihres feinsäuerlichen Geschmacks ist es schon seit Großmutters Zeiten hoch geschätzt. Übliche Zubereitungen sind roh als Salat (wobei die Nesselhaare durch das Vermischen mit der Sauce zerstört werden) oder blanchiert und wie Spinat verwendet als „Brennnesselspinat“ oder Brennnesselsuppe.
Die Blätter können auch getrocknet und als Tee zubereitet werden.
Früher wurden gelegentlich Butter, Fisch und Fleisch in Brennnesselblätter gewickelt, um sie länger frisch zu halten. Tatsächlich verhindern die Wirkstoffe der Brennnessel die Vermehrung bestimmter Bakterien. Diese Praxis ist sogar gerichtsnotorisch: 1902 wurde eine Berliner Milchhändlerin auf Grund der Brennnesselblätter in ihrer Milch wegen Lebensmittelverfälschung angeklagt. Mit der Begründung, dass dies ein „allgemein geübtes Verfahren“ sei, wurde die Händlerin jedoch freigesprochen. In Mitteleuropa, unter anderem den Niederlanden, Luxemburg, Österreich und Deutschland, werden Brennnesseln auch als Zutat für Brennnesselkäse verwendet.
Noch heute gibt man ganze oder gehackte Brennnesseln als Vitaminträger in das Futter von Küken, Ferkeln und Kälbern, damit sie schneller wachsen; auch als ganze Pflanzen gibt man sie Hausschweinen in der biologischen Landwirtschaft gern als Beifutter.
Auch ethnobotanisch hat das Brennesselkraut eine lange Geschichte: Die Verbreitung als Heilpflanze und Nahrungsmittel führt dazu, dass es eine Vielzahl ethnobotanischer Traditionen und Ansichten über die Pflanze gibt, die teils dem Bereich der Mythen und des Aber- und Wunderglaubens entstammen.
Einige der Bräuche:
  • Am Gründonnerstag Brennnesselgemüse zu essen, was für das folgende Jahr vor Geldnot schützen soll.
  • Fünf Nesselblätter in der Hand zu halten, um frei von Furcht und bei kühlem Verstand zu bleiben.
  • Am Johannistag Brennnesselpfannkuchen zu essen, um gegen Nixen- und Elfenzauber gefeit zu sein.
  • Am 1. Januar Brennnesselkuchen zu essen, um sich ein gutes Jahr zu sichern.
Das hier erworbene Brennesselkraut in Pulverform eignet sich nicht zur Fasergewinnung und Textilherstellung, da die Fasern bei der Pulverisierung zerstört wurden. Weiterhin können Sie das Pulver jedoch als Färbekraut einsetzen. Mit einer Zinnvorbeize, Kupfernachbeize und einem Ammoniak-Entwicklungsbad erzielen die oberirdischen Teile ein kräftiges Graugrün. Man benötigt etwa 600 Gramm Brennnessel pro 100 Gramm Wolle; besonders bei der Brennnessel kann der Farbton vom Zeitpunkt des Pflückens und Färbens abhängen, deshalb ist die Technik bei Massenproduktion von Kollektionen in Vergessenheit geraten. Die Brennnesseln finden insbesondere im biologischen Gartenbau vielfältige Verwendung. Ein scharfer Kaltwasserauszug (nur 24 Stunden angesetzt) als Pflanzenstärkungsmittel festigt durch die enthaltene Kieselsäure die Zellwände der damit gegossenen Pflanzen und stärkt sie so gegen den Befall beißender wie saugender Insekten. Eine Jauche löst zusätzlich den Stickstoff der Brennnessel sowie Spurenelemente heraus und hat dadurch auch Düngewirkung (Herstellung und Anwendung siehe Pflanzenjauche). Die anfallenden Reste können im Kompost verwertet werden.
Eine Kommerzielle Kultivierung der Brennnessel zur Herstellung von Brennesseltee erfolgt auf speziellen Brennesselfeldern. Das größte Vorkommen an Brennesselfeldern befindet sich in der Ukraine. Die Aussaat erfolgt im April. Saatmenge: ca 4-6 Kg/ha. Die Erträge liegen bei 35-50 dt/ha. Die Anwendung erfolgt in der Traditionellen Chinesischen Medizin seit ca. 2000 Jahren, seit etwa 300 Jahren gehört das Brennesselkraut in jede großmütterliche Hausküche. Der Überlieferung folgend soll der regelmäßige Genuß von Brennesseltee (Brennesselsud) zu einem verbesserten Hautbild und Stärukung der inneren Organe führen. In der europäischen Schulmedizin ist die Wirksamkeit jedoch nicht belegt, wenngleich einige wissenschaftliche Studien die großmütterlicherseits nachgesagte Wirkung zu stützen scheinen.


Warnhinweis: Wenn Sie 100 Gramm Brennesselkrautpulver auf einmal einatmen, könnten Sie theoretisch ersticken! Ab einer bestimmten Brennesselkrautpulverkonzentration in der Luft könnte Explosionsgefahr entstehen. Es wird daher empfohlen, bei Zubereitung eines Brennesseltees (-suds) aus Brennesselkrautpuler nicht zu rauchen, immer ausreichend zu lüften und das Brennesselkrautpulver nicht zu inhalieren. Bitte beachten Sie mögliche Kontraindikationen mit anderen Kräutern, Heilkräutern, Pilzen, Gemüsen und dergleichen.
Eine Dosierempfehlung kann wegen mangelnder wissenschaftlicher Nachweise nicht gegeben werden. In alten Rezeptbüchern und aus mündlicher Überlieferung soll das Kraut nach einem Aufguß mit heißem Wasser etwa 10 Minuten ziehen und dann 3x täglich getrunken werden. Wieviel getrunken werden soll ist nicht überliefert. In Asien ersetzt der Gebrauch von Brennesselsud häufig den Gang in die Apotheke. Vor allem in Deutschland sollten Sie die Verantwortung für Ihren Körper jedoch an den Arzt abgeben oder dort wenigstens um Rat fragen."

Wäre ein solcher Beipackzettel wirklich sinnvoll? Oder ist und bleibt es nicht die Verantwortung eines jeden für sich selbst, eine Entscheidung darüber zu treffen, wie, wann, wo und in welchen Mengen man das Kraut verwenden möchte?